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- Teil 1: https://www.stacklounge.de/1178/wissensartikel-008-arbeiten-mit-latex-teil-1
- Teil 3: https://www.stacklounge.de/1190/wissensartikel-arbeiten-anfuhrungszeichen-enumerate-itemize

latex2.png

4. Sections und Labels

Um ein Dokument in verschiedene Sektionen (Abschnitte/Kapitel; fortan Kapitel) zu unterteilen, verwendet man den Befehl \section{Name des Kapitels}. In geschweifte Klammern wird der gewĂŒnschte Name der des Kapitels eingetragen. Neben Kapiteln gibt es auch die Möglichkeit Unterkapitel und Unterunterkapitel zu erstellen. Diese werden spĂ€ter beim Inhaltsverzeichnis automatisch eingedrĂŒckt und durchnummeriert. Der Dokumentersteller ist von der eigenen Kapitelnummerierung völlig befreit und muss nur entscheiden, wo welches Kapitel in dem Dokument auftauchen soll (danach richtet sich die von \(\LaTeX\) erzeugte Nummer). Ein Unterkapitel wird mit dem Befehl \subsection{Name des Unterkapitels} erstellt. Auch hier gehört in die geschweiften Klammern wieder der Name des Unterkapitels. Analog wird der Befehl \subsubsection{Name des Unterunterkapitels} verwendet. Achte darauf, dass ein definiertes Unterkapitel (Subsection) sich immer auf das direkt vorangehende Kapitel (Section) bezieht. FĂŒr

\section{Einleitung}
\section{Kapitel 1}
\subsection{Unterkapitel 1}
\subsubsection{Unterunterkapitel 1}

bezieht sich die Subsection auf die vorangehende Section "Kapitel 1" und nicht auf "Einleitung". Das Kapitel "Einleitung" besitzt kein Unterkapitel. Mit Unterunterkapiteln verfĂ€hrt man analog (hier bezieht sich das "Unterunterkapitel 1" auf "Unterkapitel 1". Um dem \(\LaTeX-\)Dokument auch optisch einen organisierten Look zu verschaffen, kann man Unterkapitel und Unterunterkapitel mit ein bzw. zwei Tabs einrĂŒcken:

\section{Einleitung}
\section{Kapitel 1}
\subsection{Unterkapitel 1}
\subsubsection{Unterunterkapitel 1}

Wir verwenden im Folgenden die Dokumentstruktur

\section{Einleitung}
\section{Kapitel 1}
\subsection{Unterkapitel 1}
\subsubsection{Unterunterkapitel 1}
\subsection{Unterkapitel 2}

Mit einem Label können Kapitel (und auch Definitionen, SĂ€tze, Beweise, Abbildungen, Tabellen, ...) referenziert werden. Der Vorteil: Einmal definiert, werden diese unabhĂ€ngig von spĂ€ter vorgenommenen Kapitelverschiebungen (analog fĂŒr Definitionen, SĂ€tze, Beweise, Abbildungen, Tabellen, ...) automatisch angepasst. HierfĂŒr benötigt (wie bei dem Generieren und Abdrucken eines Inhaltsverzeichnisses, siehe Kapitel 5) zwei DurchlĂ€ufe. FĂŒr das Kapitel "Einleitung" (als Code \section{Einleitung}) könnte ein Label folgendermaßen definiert werden:

\section{Einleitung}
\label{einleitung}

Ein Label definiert man also mit dem Befehl \label{Labelname}. Dieses wird ĂŒblicherweise direkt hinter das zu referenzierende Objekt (Kapitel, Definitionen, SĂ€tze, Beweise, Abbildungen, Tabellen, ...) gesetzt (hier direkt hinter \section{Einleitung}).

Bei der Vergabe von Labelnamen solltest Du Dir ein geeignetes System ĂŒberlegen. Diesen möchte ich an dieser Stelle nicht vorgeben, da jeder mit seinem eigenen System am besten zurechtkommt (und in grĂ¶ĂŸeren Teams wird man sich ohnehin auf eine gemeinsame Namenskonvention einigen mĂŒssen). GrundsĂ€tzlich empfehle ich Dir semantisches Markup bzw. das Loslösen von der Idee kryptischer (nur durch Ziffern kodierte) Labelnamen, da Du Dir (und anderen) beim Referenzieren damit keinen gefallen tust! Exemplarisch könnte man so vorgehen:

\section{Einleitung}
\label{sec:einleitung}

\section{Kapitel 1}
\label{sec:kapitel-1}

\subsection{Unterkapitel 1}
\label{subsec:unterkapitel-1}

\subsubsection{Unterunterkapitel 1}
\label{subsubsec:unterunterkapitel-1}

\subsection{Unterkapitel 2}
\label{subsec:unterkapitel-2}

Das Referenzieren eines Labels funktioniert mit dem Befehl \ref {Name des zu referenzierenden Labels}. Dieser Befehl wird einfach innerhalb des Fließtextes aufgerufen. Wir fĂŒttern unser Beispiel nun mit ein wenig Inhalt:

\section{Einleitung}
\label{sec:einleitung}
Dies ist ein kleines Testdokument, in dem die GrundzĂŒge von
\LaTeX\ erklÀrt werden. Als der Standard in wissenschaftlichen
Publikationen, lohnt es sich besonders im universitĂ€ren Umfeld frĂŒh damit
anzufangen. Im Vergleich zu anderen Programmen lohnt sich die lange
Einarbeitungsphase zu 100\%, da es sehr viele Vorteile bietet.

\section{Kapitel 1}
\label{sec:kapitel-1}
In der Einleitung wurde bereits erwÀhnt, dass \LaTeX\ viele
Vorteil bietet. In \ref{subsec:unterkapitel-1} werden wir dieses Thema auch
noch einmal aufgreifen. Die besagten Vorteile sind unter anderem:

\subsection{Unterkapitel 1}
\label{subsec:unterkapitel-1}

\subsubsection{Unterunterkapitel 1}
\label{subsubsec:unterunterkapitel-1}

\subsection{Unterkapitel 2}
\label{subsec:unterkapitel-2}

Mit dem Befehl \LaTeX wird das \(\LaTeX-\)Logo eingeblendet. Der zusĂ€tzliche Backslash am Ende des Befehl weist \(\LaTeX\) an, hinter dem Logo ein Leerzeichen zu lassen (dies wird uns bei dem Setzen von AnfĂŒhrungszeichen, siehe Kapitel 7, folgt im nĂ€chsten Teil).

Die Formulierung

In Unterkapitel 1 werden wir dieses Thema auch noch einmal aufgreifen.

im \(\TeX-\)Code ist ĂŒberhaupt nicht dynamisch und kann in der spĂ€teren Überarbeitung ganz anders aussehen. Statt nun eine Liste mit allen potentiell zu tĂ€tigenden Änderungen zu fĂŒhren, können wir diese Formulierung durch den Referenz-Befehl ersetzen:

In Kapitel \ref {subsec:unterkapitel-1} werden wir dieses Thema auch noch einmal aufgreifen.

ZusĂ€tzlich wurde das eine hierarchische Struktur implizierende Wort Unterkapitel durch Kapitel ersetzt, was bei Änderungen in der Kapitel-Hierarchie zu keinen Komplikationen fĂŒhrt, da die Nummerierung in \(\LaTeX\) diese Strukturierung vornimmt.

Noch einmal der Hinweis: Immer zweimal auf den neben "Schnelles Übersetzen" befindlichen Pfeil klicken. NĂ€heres dazu im nĂ€chsten Kapitel.

5. Erstellen eines Inhaltsverzeichnisses

Das Erstellen des Inhaltsverzeichnis ist mit nur einem einzigen Befehl möglich: \tableofcontents. Dieser wird an der gewĂŒnschten Stelle (ĂŒblicherweise zu dem in Teil 1 zum Abdrucken des Titels verwendeten Befehl \maketitle) eingefĂŒgt:

\maketitle
\tableofcontents

Achte aber darauf, dass Du zweimal auf den Pfeil links neben dem "Schnelles Übersetzen" drĂŒcken musst, da \(\LaTeX\) fĂŒr das Generieren und Abdrucken des Inhaltsverzeichnisses zwei DurchlĂ€ufe benötigt:

GIF_TEST1.gif

Dies gilt auch fĂŒr Änderungen im Inhaltsverzeichnis, die sich durch verschobene, gekĂŒrzte oder erweiterte Textpassagen ergeben. TĂŒckisch ist dabei, dass die Notwendigkeit eines doppelten Klicks nicht auf Anhieb ersichtlich ist, da \(\LaTeX\) das bereits bestehende (veraltete) Inhaltsverzeichnis nicht löscht, sondern unverĂ€ndert stehen lĂ€sst. Erst mit dem zweiten Klick werden die Seitenzahlen oder Kapitelnummerierungen auf den neuesten Stand gebracht.

6. Klickbares Inhaltsverzeichnis

Bestimmt hast Du schon PDF-Dokumente gesehen, in denen die Inhaltsverzeichnisse anklickbar waren. Dadurch ist (gerade bei mehrseitigen Werken) eine leichte Navigation zu den einzelnen Kapiteln möglich. Wir haben bereits unser Inhaltsverzeichnis. Viel fehlt nicht mehr. Um es genau zu nehmen sogar nur ein einzufĂŒgendes Package, nĂ€mlich

\usepackage{hyperref}

Dieses fĂŒgen wir in unserer Dokumentvorlage der Übersichtlichkeit wegen hinter dem Kommentar

% Weitere Packages

ein. Klicken wir nun wieder zweimal auf den Pfeil, erscheinen im Texmaker um die einzelnen Kapitel herum ein roter Kasten. Dieser ist im Druck natĂŒrlich nicht zu sehen und signalisiert lediglich, dass dieses Textelement klickbar ist.

1.png

Doch nicht nur das Inhaltsverzeichnis wird klickbar: Auch die mit dem Befehl \ref referenzierten Labels können angeklickt werden:

2.png

Dies ist ein weiterer Beweis dafĂŒr, dass man unbedingt auf Labels und Referenzen setzen sollte statt alles hart in den Quellcode zu schreiben! \(\LaTeX\) belohnt dieses Verhalten sofort mit einer enormen Arbeitsersparnis.

Um die Links wieder zu entfernen, kann man entweder mit Package-Optionen (diese sind in eckige Klammern gesetzt [ ]) oder (weitaus effizienter): Man lÀsst einfach das Hyperref-Package weg ;-)

Unsere Dokumentvorlage hat nun folgenden Stand:

%
% Dokumentenvorlage
% Autor: F. André Dalwigk
% Veröffentlicht auf www.stacklounge.de
%
% ----------------------------------------------------------------------
% Angabe der Dokumentenklasse
\documentclass[a4paper,12pt]{scrartcl}
% ----------------------------------------------------------------------
% Style-Packages
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage[T1]{fontenc}
% ----------------------------------------------------------------------
% Weitere Packages
\usepackage{hyperref}
% ----------------------------------------------------------------------
% Definition eigener Direktiven/Befehle
% ...
% ----------------------------------------------------------------------
% Titel, Untertitel, Autor und Datum festlegen
\title{\LaTeX Tutorial}
\subtitle{Eine kurze EinfĂŒhrung}
\author{André Dalwigk}
\date{\today}
% ----------------------------------------------------------------------
% Dokument beginnen
\begin{document}
\maketitle
\tableofcontents

\section{Einleitung}
\label{sec:einleitung}
Dies ist ein kleines Testdokument, in dem die GrundzĂŒge von
\LaTeX\ erklÀrt werden. Als der Standard in wissenschaftlichen
Publikationen, lohnt es sich besonders im universitĂ€ren Umfeld frĂŒh damit
anzufangen. Im Vergleich zu anderen Programmen lohnt sich die lange
Einarbeitungsphase zu 100\%, da es sehr viele Vorteile bietet.

\section{Kapitel 1}
\label{sec:kapitel-1}
In der Einleitung wurde bereits erwÀhnt, dass \LaTeX\ viele
Vorteil bietet. In Kapitel \ref{subsec:unterkapitel-1} werden wir dieses Thema auch
noch einmal aufgreifen. Die besagten Vorteile sind unter anderem:
\subsection{Unterkapitel 1}
\label{subsec:unterkapitel-1}
\subsubsection{Unterunterkapitel 1}
\label{subsubsec:unterunterkapitel-1}
\subsection{Unterkapitel 2}
\label{subsec:unterkapitel-2}

\end{document}

Autor: Florian André Dalwigk

geschlossen: Stack-Artikel
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Ich finde den Artikel sehr gut. Wird des weitere Teile geben?

Danke :-) Ja, den nÀchsten bin ich gerade am Schreiben ;-)

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